• „Der Friede ist das höchste Gut.“

  • „Man höre beide Parteien.“

  • „Befleißigt Euch der Gerechtigkeit, die Ihr auf Erden richtet.“

Moshe Zimmermann besorgt wegen neuer Regierung in Jerusalem

Der isarelische Historiker Professor Moshe Zimmermann war seiner Zeit einmal mehr voraus. Wochen vor der im Dezember erfolgten Vereidigung der neuen israelischen Regierung analysierte er das äußerst nationalistische und rechtskonservative Kabinett mit Benjamin Netanjahu an der Spitze und zeigte sich im Gespräch mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft zutiefst besorgt. Fast ausnahmslos zeichnete er die Zukunft der Beziehungen des Landes zur Außenwelt in düsteren Farben - erst recht das Verhältnis zu den Palästinensern. Hören Sie den Podcast mit dem langjährigen Hochschullehrer für Deutsche Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem, der auch dem Kuratorium von DINO angehört.

 

 

Weihnachtsbrief 2022

 

Liebe Kuratoriums- und Beiratsmitglieder, Liebe Freundinnen und Freunde von DINO, der Gründer und Ehrenvorsitzende Manfred Erdenberger grüßt herzlich und verabschiedet das scheidende Jahr 2022 mit einem Weihnachtsbrief. Lesen Sie den kompletten Brief hier.

 

 

 

Wechsel an der DINO Spitze zum 01.10. 2022: Ein starkes Team

 

Ab dem 1. Oktober wird es einen weiteren Wechsel im DINO-Vorsitz geben. Wir, das Team von DINO, sind davon überzeugt, dass wir nun nachhaltig für die kommenden Herausforderungen aufgestellt sind.

Von links sind zu sehen: Thomas Nehls, Vorsitzender, Karl-Heinz Reinartz, Geschäftsführer, Manfred Erdenberger, Gründer und Ehrenvorsitzender, Dr. Rudolf Kaiser, Sprecher des Beirats. Lesen Sie hier Einzelheiten über die Mitglieder des Vorsitzes.

 

 

 

 

 

15 Jahre Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO)

Unsere Pressemitteilung können Sie hier lesen.

 

 

15 Jahre DINO!

Im September 2006 wurde die Deutsche Initiative für den Nahen Osten von Manfred Erdenberger in Münster gegründet. Es ist ein Grund zu feiern, zu reflektieren und in die Zukunft zu schauen. Lesen Sie hier ein Interview.

 

 

Dr. Mitri Raheb, DINO-Kuratoriumsmitglied

Eine gute Nachricht für das DINO-Kuratoriumsmitglied Dr. Mitri Raheb. 15 Jahre nach der Akkreditierung des von ihm gegründeten al-Kalima Community College in Bethlehem ist die Institution in den Universitätsrang erhoben worden. Mitri Raben, ein christlicher Palästinenser, der auch Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Weihnachtskirche ist, war häufig auch Gast unserer Nahost-Gespräche und anderer DINO-Veranstaltungen. Die Aufwertung seiner Einrichtung geschieht übrigens im 15. Gründungsjahr der Deutschen Initiative für den Nahen Osten. Der genaue 1. Tag dieser Entstehungsgeschichte war der 5.September 2006. Dazu später mehr.

 

 

 

Der Gründer und heutige Ehrenvorsitzende der Deutschen Initiative für den Nahen Osten - DINO -, Manfred Erdenberger, ist mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden

Lesen und sehen sie weiter in der Rubrik "Über uns" in "Personen und Programme".

 

 

Klare Worte zu Nahost

Luxemburgs Außenminister und DINO-/Nahost-Preisträger Jean Asselborn geht auf die Vorgeschichte der Raketenangriffe auf Israel ein. In einem bemerkenswerten Interview des DLF mit Moderator Dirk Müller kritisiert Asselborn deutlich Ministerpräsident Netanjahu. Hören Sie das Interview. Lesen Sie die Informationen dazu.

 

 

Deutschland und Nahost

Die heftigsten Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern seit dem Gaza-Krieg vor sieben Jahren haben die zweite Woche erreicht. Internationale Bemühungen um eine Waffenruhe sind bislang gescheitert. Beide Seiten ignorieren sie. Innerhalb Israels und in den von dem Land besetzten Gebieten ist es zu Unruhen, bis hin zu Lynchjustiz gekommen. Arabische Staaten verhalten sich eher abwartend. Hingegen werden maßgeblich in Europa Demonstrationen vor allem gegen Israel registriert. Auch und erst recht in Deutschland. Dazu äußert sich sich Professor Jürgen Bremer, der Vorsitzende der seit 15 Jahren bestehenden Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO). 

Das Szenario ist so zynisch wie vorhersehbar: schießt die Hamas von Gaza aus Raketen auf Israel, bombardiert Israel Gaza. Sind Blutzoll und Zerstörungen in den Augen der Akteure hoch und groß genug, gibt es einen Waffenstillstand. Ebenso vorhersehbar sind Protest- und Solidaritätsaktionen in Deutschland. Wenn dazu israelische Fahnen vor Synagogen in Deutschland verbrannt und jüdische Einrichtungen demoliert werden, demonstriert das nicht nur Unterstützung für die Palästinenser, sondern auch einen israelbezogenen Antisemitismus. Jüdische Gemeinden in Deutschland repräsentieren nicht den Staat Israel, auch wenn sie ihn vehement unterstützen. Diese Art von antisemitischem Protest hat in Deutschland keinen Platz.

Allerdings ist Protest gegen die aktuelle israelische Politik notwendiger denn je. Wem ein Friede in Nahost wichtig ist, dem liegt eine Lösung der Palästina-Frage am Herzen. Die von den UN empfohlene Zwei-Staaten-Lösung wird durch die Siedlungspolitik der Regierung Netanjahu Siedlung für Siedlung, Wohnung für Wohnung, planvoll zunichte gemacht. Ein Ende der mehr als 50jährigen Besatzung des Westjordan-Landes ist unter Netanjahu nicht in Sicht. Und eine Ein-Staaten-Lösung kommt für die meisten Israelis ohnehin nicht infrage.

Natürlich sind die Palästinenser auch nicht besonders hilfreich bei der Suche nach einem Ausweg. Die Autonomiebehörde unter Abbas bleibt hilflos, getrieben von der Hamas. Die wieder einmal verschobenen Wahlen zeigen, wie hauchdünn der demokratische Anstrich nur noch ist. Die Behörde ist für Netanjahu ein vergleichsweise angenehmer Gegner. Und die Hamas? Israel will seinen Erzfeind schwächen, aber nicht vernichten. Zu groß ist die Angst vor noch radikaleren Milizen, die die Macht in Gaza übernehmen könnten.

Wenn nicht alles täuscht, bleibt in Nahost alles so zynisch und absehbar wie gehabt: Die Hamas preist sich als Beschützer der palästinensischen und islamischen Sache, Netanjahu gibt - für ihn in der innenpolitischen Krise hochwillkommen - den Garanten der Sicherheit Israels, Abbas hält sich bedeckt, die USA und Ägypten vermitteln und am Ende kommt es zu einem Waffenstillstand. Und Deutschland? Ob Berlin wie gehabt mit der Rolle des Europa-Onkels zufrieden ist, der gern gesehen ist - solange er Geld, Waffen und diplomatische Unterstützung mitbringt?

Deutschland ist für die Zwei-Staaten-Lösung. Nur schaut die Regierung nahezu tatenlos zu, wie sie mit jeder neuen israelischen Wohnung im Westjordanland dauerhaft zerstört wird. So kann man Reputation verlieren. Da war Donald Trump - ausnahmsweise - ehrlicher, als er für die USA die UN-Resolutionen zu Israel vom Tisch fegte. Fraglich ist auch, wie sinnvoll es ist, eine palästinensische Autonomiebehörde zu stützen, die sich seit Jahren demokratischen Wahlen entzieht, deren Legitimation auch in den eigenen Reihen schwindet. Sogar den arabischen Bruderstaaten sind die Krisen wegen der in sich zerstrittenen Palästinenser langsam mehr als lästig – wie die Friedensabkommen der Golfstaaten mit Israel zeigen.

Kann Deutschland in Nahost überhaupt noch etwas bewirken?  Wenn, dann wird Berlin klarer sagen müssen, was es will, tun, was es sagt und finanzieren, was nötig ist und nur das.

Prof. Jürgen Bremer, Vorsitzender der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO)

 

 

Deutsche Initiative für den Nahen Osten, kurz DINO: "Die Grundlagen des Westfälischen Friedens von 1648 sind unsere Vision für einen Frieden in Nahost“

 

„Pax optima rerum“ – „...der Friede ist das höchste Gut“ – steht auf der Herdplatte im Kamin des Friedenssaales des Rathauses, in Sichtweite dieses Domes. Dazu am Kronleuchter: „Befleissigt Euch der Gerechtigkeit, die ihr auf Erden richtet...!“, und auf der Gerichtsschranke „Man höre beide Parteien“. Als Gebrauchsanweisung drei schlichte Sätze, die der Schlüssel zum Frieden von 1648 waren und Erfahrungen mit Leid und Tod, Verwüstung und Vertreibung, religiöse Verblendung und Intoleranz beendeten. Mit dem Sitz der Deutschen Initiative für den Nahen Osten und den Jahrestreffen in Münster knüpfen wir an die Tradition des Westfälischen Friedens von 1648 an, der Europa nach einem verheerenden 30jährigen Krieg den ersehnten Frieden brachte und die politischen wie religiösen Verhältnisse neu ordnete. Im Friedenssaal des Rathauses finden sich noch heute die Grundlagen für eben diese historische Übereinkunft, die als Modell für viele Krisenregionen dieser Erde dienen sollte. Teil unseres Anliegens ist es, auf die politische, gesellschaftliche, interreligiöse und menschliche Auseinandersetzung im Nahen und Mittleren Osten aufmerksam zu machen und Raum für Diskussionen zu schaffen.

Die Köpfe hinter DINO denken über weitere Einzelveranstaltungen - auch mit in der Region engagierten anderen Initiativen - nach. Zudem wird - wenn Pandemien keine Sperre bilden - alle zwei Jahre ein "Nahost-Preis" verliehen.

 

Zuspitzung im Nahen Osten

Der durch Wechselseitige Provokationen und Kriegshandlungen eskalierende Nahostkonflikt weitet sich aus. Inzwischen haben Kämpfe und Tumulte auch das von Israel besetzte Westjordanland erreicht. Hier allein leben mehr als 1,7 Millionen Palästinenserinnen und Palästineneser. In Ramallah, dem Verwaltungshauptsitz, repräsentiert seit 2015 Dr. Bettina Marx die Heinrich-Böll-Stiftung. Frau Marx war zuvor langjährige Nahost-Hörfunkkorrespondentin der ARD. 2015 wurde ihr der DINO-Nahost-Medienpreis verliehen. Über die dramatische Zuspitzung der Lage im Westjordanland gab Sie am 15.05.2015 dem Deutschlandfunk ein Interview. Hören Sie es hier.

 

 

 

 

 

 

 

Dr. h.c. Johannes Rau wäre 90 Jahre alt geworden

Der frühere NRW Ministerpräsident und spätere Bundespräsident Dr. h.c. Johannes Rau -verstorben im Januar 2006- hat die Gründung von DINO maßgeblich unterstützt. In diesem Jahr wäre Johannes Rau 90 Jahre alt geworden. Wolfgang Lieb, sein früherer Regierungssprecher zu Ministerpräsidentenzeiten, würdigt Rau in seinem Blog. Der Jurist und Publizist arbeitet heute als freier Autor.

https://www.blog-der-republik.de/versoehnen-ist-links-spalten-ist-rechts-zum-90-geburtstag-von-johannes-rau/

 

 

Mitri Raheb zum 25. Jahrestag des Abzugs der israelischen Soldaten

 

Liebe Nahost-Interessierte,

mit diesem Link zu einem Beitrag von Susanne Glass im Bayerischen Rundfunk, in dem auch das DINO-Kuratoriumsmitglied Mitri Raheb, ehem. Bethlehemer Pfarrer der ev-luth. Weihnachtskirche und heute Präsident des Diyar Consortiums, zu Wort kommt und sich zum 25. Jahrestag des Abzugs der israelischen Soldaten äußert, möchten wir uns in die "Übergangstage" verabschieden.

https://www.youtube.com/watch?v=CepsPR36o08&feature=youtu.be

 

Grund zu feiern gibt es nach 25 Jahren in Bethlehem nicht.  Geblieben ist allein die Hoffnung....

 

Alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen für 2021!

 

Kultur des Generalverdachts - ein Interview mit Hanno Loewi

Hanno Loewi ist Direktor des Jüdischen Museums Hohenems und stellt sich den Fragen von Christiane Habermalz zur "Initiative GG 5.3 Weltoffenheit". Hier der Link zum Interview:

www.deutschlandfunk.de/debatte-um-initiative-gg-5-3-weltoffenheit-es-entsteht-ein.911.de.html

Weihnachten in Bethlehem erstmals ohne Pilger

Corona macht auch vor Bethlehem nicht halt, wo in diesem Jahr die hohe Zahl der Touristen zu Weihnachten ausbleiben wird. Das trifft die Menschen dort hart - wie hart, das berichtet Susanne Glass, ARD-Korrespondetin in Tel Aviv, in einer fünfminütigen Reportage, in der sie die Situation der wohl berühmtesten Pilgerstätte zu Corona-Zeiten beleuchtet.

Hier der Link zur Reportage, die am 10. Dezember in der Sendung "Tag für Tag" im Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde:

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2020/12/10/weihnachten_in_bethlehem_erstmals_ohne_pilger_dlf_20201210_0948_f2e57cfb.mp3

 

Reportage über die Situation in Corona-Zeiten im Gaza-Streifen

Interessant für alle Nahost-Interessierte!

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2020/11/14/gazastreifen_so_isoliert_wie_vielleicht_noch_nie_dlf_20201114_1352_97df0178.mp3

 

 

Interview mit Jean Asselborn zur Rolle der EU im Nahost-Konflikt

Asselborn: Mehrere EU-Staaten würden Staat Palästina im Annexionsfall anerkennen

BERLIN (AFP) - Eine Annexion von Teilen des Westjordanlands durch Israel würde nach Einschätzung des luxemburgischen Außenministers Jean Asselborn zur Anerkennung eines unabhängigen palästinensischen Staates durch weitere EU-Länder führen. Er gehe davon aus, dass «auch große Staaten» in der EU zur «Anerkennung Palästinas als eigener Staat bereit wären, falls Israel demnächst Teile des Westjordanlands annektieren sollte», sagte Asselborn der Zeitung «Welt» (Mittwochsausgabe). Es gebe bereits «interne Überlegungen in diese Richtung». 

«Bisher erkennen neun von 27 EU-Ländern Palästina als eigenen Staat an», sagte Asselborn. Dem dürften sich im Falle einer Annexion weitere EU-Staaten anschließen, sagte er weiter. «Ein solcher Schritt würde die Zwei-Staaten-Lösung weiter unterstützen und für eine faire Ausgangslage sorgen.» Gegen Israel gerichtet sei eine solche Maßnahme aber nicht: «Die Israelis werden erst dann in Ruhe leben, wenn die Palästinenser einen eigenen Staat haben», sagte der luxemburgische Diplomat. Er erwarte, «dass die israelische Regierung einsieht, dass Annexion Diebstahl ist und sie damit nicht nur gegen internationales Recht, sondern auch gegen das siebte der zehn Gebote verstößt», sagte Asselborn, der eine Ausdehnung des israelischen Staatsgebietes auf Teile des Westjordanlands mit der Krim-Annexion verglich. Eine Annexion würde den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und Israel blockieren, betonte Asselborn weiter. Die EU ist der wichtigste Handelspartner Israels.    

Die israelische Regierung hatte angekündigt, auf der Grundlage des hoch umstrittenen Nahost-Plans von US-Präsident Donald Trump jüdische Siedlungen im Westjordanland sowie das strategisch wichtige Jordantal zu annektieren. Erste Schritte hätten gemäß des Koalitionsvertrags zwischen der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem Blau-Weiß-Bündnis von Verteidigungsminister Benny Gantz bereits am 1. Juli eingeleitet werden können. International gibt es heftige Kritik an dem Vorhaben.

 

Quelle: AFP

 

Annexionspläne Israels im Westjordanland

Noch ist es nicht zu der für den 1. Juli befürchteten Annexion palästinensischer Gebiete durch Israel gekommen. Die Gründe, mit der Umsetzung des Nahost-Plans von Donald Trump zu warten, dürfte nur Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu selbst beantworten können. Die Diskussion über die befürchteten völkerrechtswidrigen Schritte freilich ist in vollem Gang.

Eine Analyse hat der Deutschlandfunk gesendet - und ein Interview mit Shimon Stein, dem früheren israelischen Botschafter in Deutschland, der auch mehrmaliger DINO-Gast gewesen ist:

https://www.deutschlandfunk.de/nahost-experte-michael-lueders-diesen-palaestinensischen.694.de.html?dram:article_id=469068

https://www.deutschlandfunk.de/shimon-stein-zu-israels-annexionsplaene-unklar-was-genau-am.694.de.html?dram:article_id=479568

 

Nahost-Preis an Federica Mogherini und Björn Blaschke

Die italienische Politikerin Federica Mogherini wurde 6 Monate nach ihrer Ernennung zur italienischen Außenministerin zur Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Diesen Posten hatte sie bis 2019 inne. (Quelle:Wikipedia)
Der Hörfunkjournalist Björn Blaschke hat sich bereits in seinem Studium (Politik-, Literatur- und Islamwissenschaften) immer wieder mit dem Nahen Osten auseinandergesetzt. Sein Weg führte ihn als Korrespondent über das ARD-Studio Amman nach Kairo, wo er das ARD-Hörfunkstudio leitet. (Quelle: WDR)

 

 

Münster, 24. März 2020

Den Nahost-Preis der Deutschen Initiative für den Nahen Osten (DINO) hat die Jury unter der Leitung des DINO-Ehrenvorsitzenden Manfred Erdenberger der früheren Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, zugesprochen. Im Bereich Medien wurde der Preis an den ARD-Hörfunkkorrespondenten in Kairo, Björn Blaschke, vergeben.

Die Jury hob zur Begründung insbesondere die Verdienste Mogherinis beim Zustandekommen des Atomabkommens mit dem Iran hervor. Sie habe unermüdlich auch in schwierigen Situationen für das Abkommen gekämpft, um weitere Krisen im Nahen Osten zu verhindern.

Björn Blaschke wurde für seine kenntnisreiche und ausgewogene Berichterstattung aus der Region ausgezeichnet. Blaschke war und ist stets darauf bedacht, ein unvoreingenommenes Bild der Situation und der Entwicklungen in Nahost zu vermitteln.

Die Jury sprach beiden Preisträgern die höchste Anerkennung für ihre Verdienste aus.

Die für den 14. Mai 2020 im Friedenssaal der Stadt Münster vorgesehene Preisverleihung musste von DINO aufgrund der Corona-Pandemie mit großem Bedauern verschoben werden.

 

The Middle East Prize of the German Initiative for the Middle East (DINO) was granted under the jury-direction of the DINO Honorary Chairman Manfred Erdenberger to the former High Representative of the EU for Foreign and Security Policy, Federica Mogherini. In the media section, the prize was awarded to ARD radio correspondent in Cairo, Björn Blaschke.

The Jury especially emphasized the merits of Mogherini in the conclusion of the nuclear agreement with Iran. She had fought tirelessly for the agreement even in difficult situations, to prevent further crises in the Middle East. Despite all the different national interests, she has been able to reach an exemplary agreement with the signatory states.

Björn Blaschke was appointed for his excellent knowledgeable and balanced reporting from the region. Blaschke was and is always careful to present an unbiased picture of the situation and developments in the Middle East on media.

The jury awarded both prize winners its highest respect for their merits.

The ceremony scheduled for 14 May in the Friedenssaal of the city of Münster had to be postponed due to the Corona Pandemic - with deep regret.

Jean Asselborn: "Das palästinensische Volk hat ein Recht auf seinen eigenen Staat"

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn (rechts mit DINO-Ehrenvorsitzendem Manfred Erdenberger) wurde 2013 mit dem Nahost-Friedenspreis der Deutschen Initiative für den Nahen Osten ausgezeichnet

 

Der israelisch-palästinensische Konflikt hat trotz seiner langen Dauer nichts von seiner politischen, strategischen und emotionalen Bedeutung eingebüßt.

Jeden Tag wird die Zwei-Staaten-Lösung weiter unterhöhlt. Im September hat Benjamin Netanyahu versprochen, das Jordantal rasch zu annektieren, falls er wieder an die Macht käme. Am 18. November hat US-Staatssekretär Mike Pompeo angekündigt, dass in den Augen der Vereinigten Staaten die israelischen Siedlungen im Westjordanland "an sich nicht unvereinbar" seien mit dem Völkerrecht. Wir sind gefährlich nahe an einem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt.

Durch Kolonialisierung, Zerstörung, Konfiszierung und Vertreibung wird die Zwei-Staaten-Lösung zerstört. Das internationale Recht, insbesondere die Vierte Genfer Konvention, wird mit Füßen getreten. Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem ist die Lage kritisch, in Gaza ist sie einfach unhaltbar.

Die amerikanische Position könnte von Israel als grünes Licht für die Fortsetzung der Siedlungspolitik und die Umsetzung der Annexion verstanden werden. Präsident Trump hat die Zwei-Staaten-Lösung zwar nicht eindeutig abgelehnt, aber er hat ihr vielleicht einen fatalen Schlag versetzt.

Angesichts dieser neuen Situation müssen wir Europäer uns überlegen, wie wir diese Lösung retten und eine gerechtere Situation für beide Parteien schaffen können. Meiner Meinung nach bedarf es daher einer Debatte innerhalb der Europäischen Union über die Anerkennung des Staates Palästina durch alle ihre Mitgliedstaaten.

Ich habe diese Idee im Rat für Auswärtige Angelegenheiten am 9. Dezember aufgebracht und der Hohe Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik Herr Josep Borrell hat vorgeschlagen, eine Debatte zu diesem Thema bei der nächsten Sitzung dieses Rates, am 20. Januar 2020, zu führen.

Die Anerkennung Palästinas als Staat wäre weder ein Gefallen noch ein Freibrief, sondern eine bloße Anerkennung des Rechts des palästinensischen Volkes auf seinen eigenen Staat. Sie wäre auch nicht gegen Israel gerichtet. In der Tat dürfen wir für eine Lösung des Konflikts niemals Israels Sicherheitsbedingungen aus den Augen verlieren, genauso wie Gerechtigkeit und Würde für das palästinensische Volk.

Das Völkerrecht ist wichtig für die Stabilität der Welt. Dies ist nicht nur eine prinzipielle, sondern auch eine reale politische Position, die darauf abzielt zu verhindern, dass neue Konflikte ausgelöst werden, und dass stärkere Mächte den schwächsten ihren Willen mit Gewalt aufzwingen.

Wir sollten es vermeiden, die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Wir sollten alle nach einer Welt streben, in der nicht das Gesetz des Stärkeren herrscht, sondern die Kraft des Gesetzes. Das Völkerrecht schützt uns alle. Aber die Schwächsten schützt es am stärksten.

 

 

Jean Asselborn

Israel verliert mit Amos Oz großen Versöhner

Ex-OB Berlin, Klaus Wowereit, Preisträger Amos Oz und Prof. Sari Nusseibeh (DINO-Kuratorium) , Berlin, Unseld-Preis 2010
(Bild: Manfred Erdenberger)

 

Mit Amos Oz verliert Israel einen großen Sohn des Landes, dessen Stimme weltweit Gehör fand. Sein schriftstellerisches und politisches Wirken galt dem Frieden, der Gerechtigkeit und dem Ausgleich mit den Palästinensern. Er warb leidenschaftlich für die Zwei-Staaten-Lösung - auch in den letzten Jahren, als sich in Israel viele von diesem Ziel abwendeten. Amos Oz war einer der Vertreter Israels, die sich wie Avi Primor und Moshe Zimmermann unermüdlich für Verständigung einsetzten. Als Schriftsteller und Israeli war Amos Oz Realist und Utopist zugleich. Er erkannte an, dass Israel sich verteidigen muss, aber der Friede war für ihn das höchste Gut - gemäß der Maxime des Westfälischen Friedensschlusses, einer Maxime, die auch DINO zu seinem Leitziel ausgewählt hat. DINO trauert um Amos Oz.

Irans Rolle im Nahen Osten

 

Die Rolle des Iran im Nahen Osten war Thema des 8. Nahost-Talks, den die Deutsche Initiative für den Nahen Osten (DINO) und das Gustav-Stresemann-Institut e.V. am 22. November 2018 veranstalteten.

Der Iran, so DINO-Sprecher Jürgen Bremer, ist eine der entscheidenden Mittelmächte im Nahen Osten. Deshalb habe man ihn in dieser kritischen Zeit zum Thema gemacht, auch wenn die aktuellen Debatten nach dem Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Kashoggi eher auf den Golf-Staat gedeutet hätten. Im Nahen Osten hänge jedoch alles mit allem zusammen, so dass die Politik Irans nicht erklärt werden könne, ohne auch Saudi-Arabien in den Blick zu nehmen. Insoweit sei der Nahoost-Talk auf der Höhe der Zeit.   

Der Direktor des GSI, Ansgar Burghof, wies in der Begrüßung darauf hin, dass durch die einseitige Aufkündigung des Atomvertrags durch den amerikanischen Präsidenten Trump "die westlichen Verhandlungspartner gespalten und vor allem Europa brüskiert wurde". Damit hat Trump "den Antiamerikanismus und den Widerstandsgeist des Regimes und seiner Anhänger gestärkt". Während Europa eine neue Linie suche, würden "Länder wie Russland, China und Indien weiterhin Öl aus Iran beziehen".

Michael Lüders, Publizist und Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, kritisierte, dass häufig ein sehr einseitiges Bild des Irans in den Medien gezeichnet würde. Der Iran sei inzwischen das einzige Land in der Region, das nicht westlich orientiert sei. Im Vergleich zu Saudi-Arabien existiere jedoch eine Balance zwischen unterschiedliche Machtzentren, die gesellschaftlichen Nischen seien viel größer als in anderen Staaten der Region und die Bevölkerung wesentlich besser ausgebildet. 

Diese Einschätzung wurde von David Ramin Jalilvand, Politikwissenschaftler und Berater des Iran-Projekts der Friedrich-Ebert-Stiftung, geteilt. Jalilvand wies darauf hin, dass im Iran eine Zivilgesellschaft existiere, die zwar auch unterdrückt würde, sich aber dennoch u.a. für Menschenrechte und Ökologie einsetze. "Der Iran ist keine Demokratie, besitzt aber ein eigenes System von Checks and Balances", so Jalilvand. Dies habe auch damit zu tun, dass in der schiitischen Lehre kein reines Dogma existiere, sondern durchaus ein Diskussionsraum bestehe.   

Die Experten waren sich einig, dass demgegenüber die Situation in Saudi-Arabien, das sich mit dem Iran in einem Dauerkonflikt befindet, wesentlich negativer einzuschätzen sei. Nicht erst der Mord an Jamal Khashoggi habe gezeigt, dass in Saudi-Arabien jede Kritik an der Regierung brutal unterdrückt werde. Der innere und relativ kleine Machtzirkel würde durch die Herrscher-Familie gebildet. Diese würde jeden Widerspruch als Blasphemie werten und fühle sich berechtigt, politische oder religiöse Gegner zu vernichten. 

Vor diesem Hintergrund sei es auch verständlich, dass der Iran sich bedroht fühle. "Der Iran hat das Abkommen penibel eingehalten und muss nun erleben, dass es trotzdem gekündigt wird.", so Reinhard Baumgarten, ARD-Korrespondent und Nahostexperte, davon profitierten China und Russland. Die Situation würde dadurch verschärft, dass die USA offen einen Regime-Change im Iran anstrebe. 

Der frühere Bundesaußenminister und DINO-Mitglied Klaus Kinkel nannte die aktuelle Politik der US-amerikanischen Regierung sehr besorgniserregend. Trump sei immer noch der "mächtigste Mann der Welt", der aber seine Meinung mehrfach am Tag ändere. "Das andere Trauerspiel ist", so Kinkel, "dass Europa nicht mit einer Stimme spricht." Und die Bundesrepublik sei zwar das wichtigste Land in Europa, habe aber deutlich an politischem Gewicht eingebüßt.

Als Beispiel für die politische Handlungsunfähigkeit auf internationaler Ebene wurde der Konflikt im Jemen gewertet. Dieser Krieg sei ursprünglich von Saudi-Arabien angezettelt worden, in der Annahme, so den Iran zu schwächen, so Michael Lüders. Das Ergebnis sei eine humanitäre Katastrophe. Das Aushungern der Zivilbevölkerung würde als Waffe eingesetzt, indem Lieferungen von Nahrungsmitteln verhindert werden. Lüders berichtete, dass sowohl die USA wie Großbritannien das saudische Militär bei den Luftangriffen logistisch unterstützten. Auch hier sei ein Ungleichgewicht in der medialen Wahrnehmung zu beobachten. Während die Kriegsparteien in Syrien nach dem alten gewohnten Gut-Böse-Schema eingeordnet würden, sei die westliche Unterstützung von Saudi Arabien weitgehend unbekannt. 

Das Podium, das von dem Journalisten Thomas Nehls moderiert wurde, diskutierte in diesem Zusammenhang, ob die UNO zu einer Lösung betragen könne. 

Podiumsdiskussion in Münster: Interessante Thesen und lebhafte Gespräche

Manfred Erdenberger im Gespräch im Dr. Hermann Arnhold, dem Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster, als Auftakt zur DINO-Veranstaltung.
Die beiden zogen Bilanz über den Verlauf der Ausstellung "Frieden. 'Von der Antike bis heute", in deren Rahmen die Podiumsdiskussion stattfand: Eine äußerst interessante und gut frequentierte Ausstellung, zu der auch besonders viele junge Menschen (u.a. auch Schulklassen) kamen, was Dr. Arnhold sehr freute. Denn viel zu oft vergessen vor allem die jüngeren Generationen, dass der Friede, in dem wir heute leben, nicht selbstverständlich ist und dass es noch immer Regionen auf der Welt gibt, in denen Menschen leben, die gar nicht wissen, wie sich Frieden anfühlt.
"Die Menschen kennen den Krieg, wissen aber nicht, worauf sie sich im Frieden einlassen" - Prof. Dr. Moshe Zimmermann fand beeindruckend klare Worte, die zum Nachdenken anregen
"Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Gewalt", erklärte Prof. Dr. Gerd Althoff den interessierten Zuhörern
Die innerreligiöse Toleranz sei als Grundlage bzw. Ursache der Kriege im Nahen Osten zu sehen und darüber hinaus und in der ganzen Geschichte, so Prof. Dr. Sabine Riedel, die damit eine Brücke zum Westfälischen Frieden zog
Krieg sei bis zur Gründung der UN legitimes Mittel der Politik in der westlichen Welt gewesen; heute sei das Problem des internationalen Rechts, dass man Verstöße weltweit nicht ahnden könne, so Prof. Dr. Joachim Gardemann

 

 

 

Lebhaft war sie, die Diskussion auf dem DINO-Podium in der Rüstkammer des Rathauses zu Münster. Lebhaft und hoch interessant. Denn es hatten sich Spitzenköpfe zusammengefunden, um ergänzend zur Ausstellung "Frieden. Von der Antike bis heute" zu fragen: "... und in Zukunft? Auch im Nahen Osten?"

Prof. Dr. med. Joachim Gardemann vom Kompetenzzentrum Humanitäre Hilfe der FH Münster, Prof. Dr. habil. Sabine Riedel, Politikwissenschaftlerin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin und Professorin an der Universität Magdeburg, Prof. Dr. Moshe Zimmermann, vielfach ausgezeichneter israelischer Historiker und Prof. Dr. phil. Gerd Althoff, Historiker an der Universität Münster. Diese Vier diskutierten unter der Leitung von DINO-Geschäftsführer Thomas Nehls die Hintergründe, die Gegenwart und wagten auch einen Ausblick in die Zukunft der Nahost-Problematik.

"Alle warten auf den Endsieg im Nahen Osten, deswegen hat der Frieden keine Chance"; klare Worte, die Moshe Zimmermann hier fand. Weiter verwies er darauf, dass die Menschen der Region den Krieg mit all seinen schrecklichen Faszetten kennen würden, beim Frieden aber gar nicht wüssten, worauf sie sich einließen. Bleibt man so eben beim Bekannten? Und was für ein Frieden könnte das sein? Denn wie Prof. Dr. Gerd Althoff betonte, gebe es nicht nur den Sieg- oder Diktatfrieden, sondern auch einen Versöhnungsfrieden - denn "Frieden ist eben nicht nur die Abwesenheit von Gewalt". Der Siegfriede lässt in dieser Region seit Jahrhunderten auf sich warten. Aber ist ein Versöhnungsfrieden, bei dem Kompromisse geschlossen werden müssen, überhaupt möglich im Nahen Osten?

Wenn man nach dem Frieden fragt, muss man sich auch die Frage stellen, wo kommt denn der Krieg überhaupt her? - Er habe seine Ursachen in der fehlenden innerreligiösen Toleranz, so Prof. Dr. Sabine Riedel. Alle Religionen - hier der Islam - zeichneten sich durch Pluralismus aus, und diese Vielfalt würde von keinem der betroffenen Staaten anerkannt. So sei es vor vielen hundert Jahren auch in Europa gewesen, die Causa also in der Geschichte nicht neu.

Prof. Dr. Joachim Gardemann beschritt den Weg in die Problematik vom völkerrechtlichen Ansatz aus: beispielsweise sei der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ein zunächst noch innerisraelisches Problem. Er sei Befürworter der Zwei-Staaten-Lösung, denn dann könnten auch die Völkerrechte greifen.

Dann der Einwand von Moshe Zimmermann: "Der Konflikt im Nahen Osten begann nicht mit der Religion"! Zunächst sei es um territoriale Ansprüche gegangen, die religiöse Komplexität erst später dazugekommen, so dass man den Überblick verloren habe, worum es eigentlich gehe - Frieden aussichtslos?

Prof. Dr. Sabine Riedel verwies daraufhin auf die Herkunft der Konfliktstaaten als "Erben" des Osmanischen Reiches. Bei der Aufteilung hätten die Westmächte (Frankreich und Großbritannien) es versäumt, auf einer Trennung von Staat und Kirche zu bestehen, wodurch eine Modernisierung nicht habe stattfinden können, im Gegenteil sei es durch die mancherorts erfolgte Machtergreifung religiös extremistischer Gruppierungen sogar zu einer Rückentwicklung bzw. Re-Islamisierung gekommen. - "Da muss ich protestieren'", entgegnete Moshe Zimmermann, "meine Welt ist keine rückständige Welt!" Vielmehr sei die "europäische Arroganz" nicht unschuldig an der Situation in Israel und Palästina.

So spannend ging es noch eine zeitlang weiter und schließlich musste Moderator Thomas Nehls eingreifen und die Diskussionsrunde beenden, denn so viel mehr hätte man zu diesem Thema sagen können, so viele andere Seiten gab es noch zu beleuchten - ein einem Abend leider gar nicht zu schaffen.

Ein "Gruß aus dem Orient" von seiner Seligkeit Patriarch Gregorius III Laham

"Vertrauensverlust - sagt Vatikan II - ist der Grund für alle Konflikte und Kriege."

Als Ehrengast der Podiumsdiskussion in Münster hielt Patriarch Gregorius III eine bewegende Ansprache, die gerade in der heutigen Situation zum Nachdenken anregt. Hier Auszüge daraus:

"Gott hat das himmlische Jerusalem gegründet als Heimat aller Menschen. Daher darf das irdische Jerusalem nicht an eine Person oder ein Volk gebunden werden, denn Jerusalem ist die Mutter von uns allen. Ich betrachte Jerusalem, wo ich 26 Jahre lang als Bischof wirkte, als die Hauptstadt unseres Glaubens, gleich ob wir Juden, Christen oder Moslems sind. Das ist Ihre Zukunft und Ihre Aufgabe. Dies ist die Zukunft und Aufgabe des Nahen Ostens und aller seiner Bewohner. Juden, Christen, Moslems, die mit einander leben und das noch für tausende von Jahrhunderten. ... Wir müssen unseren Glauben brüderlich teilen. Dies ist die Zukunft, die Grundlage des Friedens. ...

Wir stellen fest, dass Kriege und Krisen die Folge des Konfliktes Israel-Palästina sind. Dazu gehören auch die fundamentalistischen Bewegungen und die Zerrissenheit in der arabischen Welt.

Auch das Bestehen des Hasses, die Hoffnungslosigkeit speziell in der Jugend. Die Auswanderung hat seine Wurzel in diesem Konflikt. Eine gemeinsame konstruktive Haltung der arabischen Staaten könnte Frieden bringen im Nahen Osten. Dafür unabdingbar ist eine entsprechende Haltung USA-Russland-Europäische Union.

Umgekehrt zerstörend für den Frieden und das Zusammenleben, für die christliche Präsenz, ist der Versuch, die arabischen Staaten zu fragmentieren. Dies ist der Fall besonders in den letzten Jahren des Krieges im Irak, in Syrien und Palästina. Wir bitten die Welt, von dieser Politik Abstand zu nehmen. ... Die Auswanderung der Christen ist hauptsächlich Folge dieses Konfliktes. Diese Auswanderung bedeutet Verlust der Vielfalt des Zusammenlebens und des Dialoges auf allen Ebenen. ...

Es gibt kein Vertrauen zwischen Europa und der arabischen Welt, Islam und Christentum. Dazu meine persönliche Meinung und in Anbetracht der vielen Kriege im Nahen Osten seit 70 Jahren, kann die gewünschte neue arabische Welt nur verwirklicht werden durch die Lösung des israelisch-arabischen Konfliktes. Und obendrein: Es gibt keine neue arabische Welt ohne arabische Staaten zu fragmentieren, z.B. in Clane, Religionen, Christen, Sunniten, Shiiten, Drusen und diese Fragmente zu Kantonen zu arrangieren. Dies bedeutet die Zerstörung der arabischen Welt und des Zusammenlebens sowohl der Moslems untereinander, der Juden und Christen. Die Eklärung Israels zum jüdischen Staat bedeutet auch die Zerstörung der Gesellschaft, bedeutet Krieg, Hass usw. ...

Die Christen haben eine besondere Rolle: Sie sind Brückenbauer im Orient zwischen Orient und Okzident, zwischen Islam und Christentum und Judentum.

Ziel ist: Ein Naher Osten ohne Kriege, ohne Waffen, ohne Hass, ohne Feindschaft. So könnte der Nahe Osten, wo Juden, Christen, Moslems ihren Geburtsort haben, eine Schule für die Welt, ein Heil für alle Wunden des Krieges sein. ...

Wir vertrauen in dieser schweren Aufgabe auf Christus! Sein letztes Wort an seine Apostel war: Ich bin bei euch bis ans Ende der Welt!

 

Danke - Gregorius III"

 

 

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DINO ist Träger des Muhammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreises 2013.

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